Majoran (Origanum majorana L.)

Der Majoran ist unser Hauptprodukt im Majoranwerk Aschersleben. Er ist schon seit der römischen und griechischen Antike als Arznei- und Gewürzpflanze bekannt. So wurde er bereits vor 3000 Jahren in Ägypten angebaut. Nach Mitteleuropa gelangt der Majoran durch die Benediktiner, wo er ca. seit dem 16. Jh. intensiv genutzt wird. In Deutschland wurde der Majoran ab 1889 im thüringischen Ringleben erstmals kultiviert (siehe auch Chronik).

Majoran der Gattung Origanum L., gehört zu den Lippenblütlern und umfasst ca. 40 Arten, besonders aus dem Mittelmeergebiet. Bisher ist noch nicht nachgewiesen, wie der Name „Majoran“ entstanden ist. Möglicherweise ist er arabischen Ursprungs („marjamie“ = unvergleichlich), aber auch aus der lateinischen Bezeichnung („majorana“ = größer, hochwertiger, edler, wertvoller) ist eine Ableitung des Namens möglich. Volkstümliche Synonyme, die sich im Laufe der Zeit für Majoran herausgebildet haben sind: Echter Majoran, Wurstkraut, Mairan und Süßer Majoran. Weitere Bezeichnungen sind Marjoram (engl.), Marjolaine (frz.) und Majorana hortensis Moench (lat.).

Majoran wurde früher hauptsächlich als Arzneipflanze genutzt. In der Volksmedizin wird er als Mittel (z.B. als Tee) bei Verdauungsbeschwerden, Krämpfen, Erkältungskrankheiten, Mundschleimhautentzündungen, Zahnfleischbluten, Nervenkrankheiten oder auch Depressionen und Kopfschmerzen eingesetzt. Äußerliche Anwendung fand der Majoran in der Majoransalbe (auch „Majoranbutter“ genannt) bei Husten und Schnupfen, aber auch zur Behandlung von Rheuma, Muskelverspannungen oder anderen Nervenschmerzen. In der Homöopathie findet der Majoran seine Anwendung bei Sexualstörungen sowie als Magenmittel und Tonikum. Auch eine Aromatherapie mit ätherischem Majoranöl ist möglich. Dieses wirkt u.a. bei sämtlichen Atemwegserkrankungen, fördert die Wundheilung bei Hautverletzungen, wirkt beruhigend und kann somit auch das Einschlafen fördern. Weiterhin wird es bei psychischen Leiden eingesetzt und wirkt nervenstärkend. Majoranöl kann zudem in Kosmetika eingesetzt werden oder auch als Futtermittelzusatzstoff.

Die Hauptverwendung des Majorans liegt aber heute in seiner würzenden Wirkung. Seit dem 20. Jahrhundert wird er als typisches Gewürz beim Schweineschlachten, in der Wurstproduktion (Thüringer Rostbratwurst, Rot- und Leberwurst), in Suppen und fetten Speisen verwendet.

Unser Majoran würzt daher bevorzugt Speisen wie Fleisch (Leber, Lamm), Ragout, Gänse- und Entenbraten, Suppen (Hülsenfrüchte, Kartoffeln), Bratkartoffeln, Saucen, Salate, Pilze, Pizza, Omelette, Wildgerichte, Fisch (Karpfen) und Quark. Er hat ein sehr intensives Aroma, welches sich als stark würzig, schwach brennend und etwas bitter darstellt. 

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