Thymian (Thymus vulgaris L.)

 

Thymian ist schon seit der Antike als Arznei- und Gewürzpflanze bekannt. Viele Völkerstämme wussten um seine Wirkung und wandten ihn an. So verordneten bereits Griechen und Römer den Kriegern vor der Schlacht Thymianbäder. Auch Karl der Große (742-814) ordnete den Anbau von Thymian innerhalb seiner Landverordnung an und Hildegard von Bingen nahm ihn als Mittel gegen Keuchhusten. Es waren die Benediktinermönche, die die Heilpflanze nach Mitteleuropa brachten.

Thymian der Gattung Thymus gehört zu den Lippenblütlern und umfasst schätzungsweise ca. 200 Arten, 100 davon wachsen vor allem im Mittelmeergebiet. Synonyme für Thymian sind u.a. Demut, Echter Thymian, Gartenthymian, Immenkraut, Küchenpolisch, Küchenwürze, Römischer Quendel, Spanischer Quendel, Suppenkraut, Welscher Quendel, Wurstkraut, Zimis. Weitere Bezeichnungen sind Thyme (engl.) und Farigoul (frz.).

Thymian findet Anwendung als Gewürz, Phytopharmaka, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika und Futterzusatzstoff. Im Pharmaziebereich wird Thymian häufig für Tees und Extrakte zur Behandlung der oberen Luftwege bei Bronchitis, Husten/Keuchhusten oder zum Einreiben bei Gliederschmerzen verwendet. Besondere Anwendung findet das ätherische Thymianöl. Es wird in zahlreichen Kosmetika, wie zum Beispiel Badezusätzen, Zahnpasten, Mundwasser oder auch zur Parfümierung von Seifen verwendet. Thymianöl hat eine antimikrobielle Wirkung und kann als natürlicher Keimhemmer eingesetzt werden. So dient es zum Beispiel in der Landwirtschaft als Schutz gegen Schimmelbildung an Samen oder hat sich auch bei der Ferkelfütterung als Futterzusatz (im Gegensatz zur Verwendung von Antibiotika) etabliert. Damit können andere synthetische Präperate nach und nach durch natürliche Produkte ersetzt werden. Thymian ist auch eine wichtige Pflanze für die Honigproduktion. Bekannt ist hier der griechische Honig Hymettus von der Insel Kreta.

Thymian würzt Speisen wie Fleisch und Fleischwaren (Kochwürste), Fisch, Meerestiere, Pilze, Hülsenfrüchte, Salate, Bratkartoffeln, Suppen (Kartoffelsuppe), Saucen, Gemüse, Wild, Geflügel, Essig, Pasteten, Liköre, Leberknödel, fette Speisen. Thymian hat je nach Inhaltsstoffzusammensetzung ein sehr intensives Aroma, welches sich als stark würzig, leicht bitterlich und auch streng im Geschmack darstellen kann.

 zurück